Das Medikament Viagra dient der Behandlung von erektiler Dysfunktion (Erektionsproblemen) bei Männern. Es verhilft ihnen zu einer natürlichen Erektion und einem normalen Sexleben. Der Wirkstoff Sildenafil benötigt jedoch eine genügende sexuelle Erregung und hat selbst keine luststeigernde Wirkung. Viagra ist keine Wunderpille, sondern greift in den natürlichen Ablauf einer Erektion ein.

Viele Männer die sich neu mit diesem Thema beschäftigen haben Fragen. Wie schnell wirkt das Potenzmittel und wie lange kann ich Sex haben? Wirkt Viagra auch dann noch, wenn ich es über einen längeren Zeitraum einnehme? Kann ich das Medikament auch bei niedrigem Blutdruck einnehmen?

Im folgenden Artikel gehen wir auf diese Fragen ein und klären Sie zur Wirkung und Wirkungsweise von Viagra auf.

Wie wird Viagra eingenommen?

Nehmen Sie die Tablette vor dem Geschlechtsverkehr am besten mit etwas Wasser ein. In der Regel braucht der Wirkstoff Sildenafil 30 – 40 Minuten um zu wirken.

Alternativ gibt es das Potenzmittel als Kautablette, welches gut gekauft und erst dann geschluckt wird. In einer neuen Darreichungsform als Schmelztablette, wird das Medikament auf die Zunge gelegt und löst sich in kurzer Zeit von selbst auf.

Viagra ist in den Dosierungen 25 mg, 50 mg und 100 mg erhältlich. Die Höhe der einzunehmenden Dosierung legt der behandelnde Arzt fest. Nehmen Sie nicht mehr als eine Tablette pro Tag und übersteigen Sie nicht die Höchstdosis von 100 mg Sildenafil. (Mehr Hinweise zur Dosierung von Viagra)

Vor der Einnahme empfehlen wir Ihnen den Besuch bei einem Arzt. Nur er als Spezialist kann die genauen Ursachen der Erektionsprobleme feststellen und eine geeignete Behandlung festlegen. Zudem kann er den körperlichen Zustand überprüfen, vor allem der Blutgefäße und des Herz-Kreislauf-Systems.

Viagra 25 mg Packung

Welche Wirkung hat Viagra?

Wirkung von Sildenafil

Eine Erektion ist eine Aneinanderreihung von mehreren Einzelabläufen. Sie fängt im Gehirn mit sexuellen Reizen aus. Dadurch werden Botenstoffe ausgesandt, die ein Enzym namens zyklisches Guanosinmonophosphat (cGMP) aktivieren. Dieses sorgt dafür, dass sich die kleinsten Blutgefäße im Körper entspannen und erweitern können. In der Folge kann mehr Blut in die Schwellkörper des Penis gelangen, verbleibt länger dort, und es kommt zur Erektion. Nach dem Orgasmus wird die Erektion durch ein weiteres Enzym mit Namen Phosphodiesterase-5 (PDE-5) abgebaut, in dem es den Anteil von cGMP im Blut verringert.

Liegen Erektionsprobleme vor, ist das Zusammenspiel dieser beiden Enzyme gestört. In den meisten Fällen ist zu viel PDE-5 im Blut, wodurch der Anteil von cGMP zu gering ist, um eine ausreichende Erektion zu bekommen.

An dieser Stelle greifen Potenzmittel, die zur Gruppe der PDE-5-Hemmer gehören ein. Wie der Name schon verrät, hemmen Sie das Enzym PDE-5 in seiner Wirkung, wodurch mehr cGMP im Blut verbleibt. Dadurch bleiben die Blutgefäße entspannt und es kann mehr Blut in den Penis strömen.

Viagra, bzw. sein Wirkstoff Sildenafil, ist als kein Wundermittel, sondern wirkt ganz normal auf den natürlichen Vorgang der Erektion ein. Ohne sexuelle Erregung wirkt Sildenafil nicht.

Wie wirkt Viagra am besten?

Viagra wirkt am besten, wenn Sie nicht übermäßig viel Alkohol oder fetthaltiges Essen zu sich genommen haben. Beides verzögert die Wirkung von Sildenafil und kann sie auch abschwächen. Wir empfehlen Ihnen, die Tablette am besten auf nüchternen Magen einzunehmen.

Nehmen Sie Viagra etwa 30 – 40 Minuten vor dem geplanten Geschlechtsverkehr ein. Die Tablette wird mit etwas Wasser unzerkaut geschluckt. Um zu wirken, braucht es eine genügende sexuelle Stimulation. Nach ca. einer Stunde entfaltet Sildenafil seine volle Wirkung, die für die nächsten 4 – 6 Stunden anhält.

Wie schnell und wie lange wirkt Viagra?

Der Wirkeintritt und die Wirkungsdauer von Viagra werden von mehreren Faktoren beeinflusst. Wie jedes andere Medikament auch, wirkt es von Mensch zu Mensch verschieden. So spielen die Statur und körperliche Verfassung des Anwenders eine große Rolle.

Viagra im Vergleich zu anderen PDE-5-Hemmern.

  • Wirkstoff: Sildenafil
  • Wirkeintritt nach 30 – 40 Minuten
  • durchschnittliche Wirkungsdauer: 4 – 6 Stunden
  • in Einzelfällen auch mit einer deutlich längeren Wirkung
  • Wirkstoff: Tadalafil
  • Wirkeintritt nach etwa 45 – 60 Minuten
  • sehr lange Wirkungsdauer von bis zu 36 Stunden
  • Spitzname als Wochenend-Potenzmittel
  • Wirkstoff: Vardenafil
  • Wirkeintritt nach etwa 30 Minuten
  • Wirkungsdauer von bis zu 5 Stunden
  • Wirkstoff: Avanafil
  • Wirkeintritt nach etwa 15 Minuten
  • durchschnittliche Wirkungsdauer: ca. 6 Stunden

Es gibt neben der körperlichen Verfassung und Statur des Anwenders einige weitere Faktoren, die die Wirklänge von PDE-5-Hemmern beeinflussen. Dazu zählen:

  • evtl. vorhandene Vorerkrankungen
  • Medikamente die bereits eingenommen werden
  • Alkoholkonsum
  • Fetthaltigkeit des Essens

Erfahrungen mit der Einnahme von Viagra

Die weitaus meisten Männer haben positive Erfahrungen mit Viagra gegen ihre Erektionsstörungen. Schon bei der ersten Einnahme stellte sich eine deutliche Verbesserung der Erektion und der Erektionsdauer ein und ermöglichte ein normales Sexleben.

In einigen Fällen kann es zu Nebenwirkungen kommen. Darunter fallen vor allem Kopfschmerzen, verstopfte Nase oder Hautrötungen. Oft verschwinden diese Nebenwirkungen schon nach kurzer Zeit von selbst und sind kein Anlass zur Sorge. Bei stärkeren Nebenwirkungen empfehlen wir Ihnen, diese mit Ihrem Arzt abzuklären.

Hat Viagra einen Gewöhnungseffekt?

Auch Langzeitstudien haben keinen Gewöhnungseffekt bei der Einnahme von Viagra feststellen können. In manchen Fällen kann die Einnahme anderer Medikamente oder einer weiteren Erkrankung einfluss nehmen.

Viagra wirkt, indem es die Blutgefäße, die das Blut zu den Schwellkörpern des Penis transportieren, entspannt und weitet. Dadurch kann mehr Blut in den Penis fließen und die Erektion wird gefördert. Kommt es jedoch zu einer weiteren Verengung der Blutgefäße, so kann selbst ein Potenzmittel keine Verbesserung des Zustandes erreichen. Sollte Viagra mit der Zeit nicht mehr wirken, holen Sie sich ärztlichen Rat ein.

Ebenso kann sich ein veränderter Hormonhaushalt auf die Effektivität von Viagra auswirken. Sollte daher ein Testosteronmangel für den ausbleibenden Erfolg von Sildenafil verantwortlich sein, dann sollten Sie sich ärztlich behandeln lassen.

Schon gewusst?

Viagra hilft gegen Jetlag – Zumindest bei Hamstern, denn das Medikament hilft den Tieren, besser mit einem veränderten Tag-Nacht-Rhythmus umzugehen. Werden die Tests weiter fortgesetzt, könnte diese Erkenntnis irgendwann auch Menschen bei Langstreckenflügen zu Gute kommen.

Kann ich auch als gesunder Mann Sildenafil einnehmen?

Gerade bei jüngeren Männern besteht eine große Nachfrage, das Potenzmittel einzunehmen, selbst wenn sie gesund sind und keine Erektionsprobleme haben. Hier steht vor allem ein intensiveres sexuelles Erleben im Vordergrund, sowie das „absolute“ Gefühl, eine fortlaufende Erektion zu bekommen und mehrere Male hintereinander Sex haben zu können.

Viagra führt zu einer deutlich härteren und länger anhaltenden Erektion. Ebenso wird die Pause zwischen den Orgasmen deutlich verkürzt, wobei die zweite Erektion in der Regel länger anhält als die erste.

Auch bei gesunden Männern ist eine sexuelle Stimulation erforderlich. Männer, die keine Erektionsstörungen haben, können ohne Probleme Viagra anwenden. In den meisten Fällen ist Viagra in diesem Zusammenhang ein Lifestyle-Produkt.

Für gesunde Männer besteht jedoch das Problem Viagra kaufen zu können. Das Medikament ist rezeptpflichtig und um ein Rezept zu erhalten bedarf es eines Arztbesuches. Dieser wird jedoch kaum einem gesunden Mann ein Viagra-Rezept austellen.

Welchen Einfluss hat der Blutdruck auf die Wirkung?

Ursprünglich wurde Sildenafil als ein Blutdruckmedikament entwickelt. Auch wenn sich der Wirkstoff in dieser Funktion nicht durchgesetzt hat, besitzt es doch eine blutdrucksenkende Wirkung.

Aus diesem Grund dürfen Männer die einen niedrigen Blutdruck haben, Viagra nicht einnehmen.

Die Einnahme mit anderen blutdrucksenkenden Medikamenten ist jedoch unproblematisch. Eine Ausnahme stellen Medikamnete zur Behandlung von Hypertonie dar, die Nitrate enthalten. Werden solche Medikamente zusammen mit Viagra eingenommen, kann es zu einem plötzlich auftretenden, niedrigen Blutdruck kommen.

Einfluss des Blutdrucks auf die Viagra-Wirkung

Quellen

  1. Viagra 100 mg Filmtabletten. Beipackzettel. In: Apotheken-Umschau.de, Gesundheits-Tipps und Infos zu Medizin, Krankheiten, Therapien, Laborwerten und Medikamenten. URL: www.apotheken-umschau.de (Stand 26.08.2020)
  2. Viagra. Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels). In: Pfizer.de. URL: www.pfizer.de (Stand 26.08.2020)
  3. Mock K, Zeitelberger A.: Wirkung von Sildenafil (Viagra) auf die Schwellkörperpotentiale alternder Männer. In: Journal für Urologie und
    Urogynäkologie 1998; 5 (3) (Ausgabe für Österreich), 21-24. URL: www.kup.at (Stand 26.08.2020)
  4. Christopher Lee Colglazier, Paul G Sutej, and Kenneth S O’Rourke: Severe refractory fingertip ulcerations in a patient with scleroderma: successful treatment with sildenafil. In: The Journal of Rheumatology. Band 32, Nr. 12, 2005, S. 2440–2442. (Stand 26.08.2020)
  5. Amanda Burls, Wendy Clark, Lisa Gold & Sue Simpson: Sildenafil – an oral drug for the treatment of male erectile dysfunction. Herausgeber: Development and Evaluation Committee (DEC) Report for the West Midlands Region produced in collaboration with the Midland Therapeutic Review & Advisory Committee (MTRAC). URL: www.birmingham.ac.uk (Stand 26.08.2020)
Experte & Autor

Online-Redakteur mit einem großen Wissen im Bereich Medizin, Gesundheit sowie Gesundheits-Management. Er hat sein Studium der Wirtschaftslehre an der Universiät Dortmund absolviert und bei unterschiedlichen Unternehmen aus dem Bereich Gesundheit im Raum Düsseldorf über 30 Jahre gearbeitet.
Seit mehr als vier Jahren arbeitet Rainer Hoffmann nun als Berater und Redakteur beim Redaktionsteam der Bundeszentrale für gesundheitlichen Aufklärung. Rainer Hoffmann sorgt für die Richtigkeit unserer medizinischen Inhalte sowie überwacht und koordiniert sorgfältig die Content Produktion. Des weiteren unterstützt Rainer das Redaktionsteam bei der Beantwortung von komplexen medizinischen Fragestellungen.

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