Der Wirkstoff Sildenafil kann wie die meisten anderen Medikamente auch, zu Nebenwirkungen führen.

Im folgenden Artikel erhalten Sie alle wichtigen Informationen über die bekannten Nebenwirkungen von Viagra und wie oft sie auftreten.

Inhaltsverzeichnis

  • Häufig auftretende Nebenwirkungen von Viagra
  • Gelegentlich auftretende Nebenwirkungen von Sildenafil
  • Selten auftretende Nebenwirkungen von Viagra
  • Spezielle Nebenwirkungen von Viagra
  • Gibt es Langzeitnebenwirkungen?

Häufig auftretende Nebenwirkungen von Viagra

Bei der Einnahme von Viagra kommt es häufig zu leichten Nebenwirkungen, die nach kurzer Zeit von selbst wieder verschwinden. Vor allem zählen Kopfschmerzen dazu, Schwingelgefühle und eine laufende Nase.

Weniger häufig treten Augenprobleme mit Viagra auf. Dazu werden Sehstörungen gezählt, sowie verschwommene Wahrnehmung insbesondere Veränderungen des Farbsehens (Chloropsie, Chromatopsie, Zyanopsie, Erythropsie, Xanthopsie).

Weiterhin kommt es Problemen mit den Gefäßen wie Hitzewallungen und Rötungen der Haut (Flush).

Im Bereich der Atemwegserkrankungen und des Brustkorbs ist eine verstopfte Nase ein relativ häufig auftretendes Symptom.

In sehr seltenen Fällen kommt es zu Übelkeit und Verdauungsstörungen (Dyspepsie), welche zu den Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes  gezählt werden.

Die Wahrscheinlichkeit, das sehr häufig auftretende Nebenwirkungen auftreten liegt bei unter 10 Prozent, bei den den häufig auftretenden Nebenwirkungen zwischen 1 und 10 Prozent.

Gelegentlich auftretende Nebenwirkungen von Viagra

Zu den weniger oft auftretenden Nebenwirkungen von Sildenafil (Viagra) gehören Entzündungen der Nasenschleimhaut (Rhinitis), die zu den Infektionskrankheiten zählt.

Bereich des Immunsystems

  • Überempfindlichkeiten
  • Bewusstseinstrübung bei abnormaler Schlafrigkeit (Somnolenz)
  • geringere Berührungs- und Drucksensibilität der Haut (Hypästhesie)

Bereich der Augen

  • Bindehautentzündungen (Konjunktivitis)
  • Tränenflussstörungen (Trockenes Auge, Erkrankungen des Tränenapparates, verstärkte Tränensekretion)
  • Augenschmerzen
  • Lichtempfindlichkeit (Photophobie)
  • Lichterscheinungen (Photopsie) bzw. Flimmern
  • visuelles Leuchten
  • übermäßige Durchblutung der Augen (okuläre Hyperämie)

Bereich der Ohren

  • ständige Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • Schwindelgefühle (Vertigo)

Bereich des Herzens

  • Herzrasen (Tachykardie)
  • Herzunruhe (Palpiation)
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • niedriger Blutdruck (Hypotonie)

Sodbrennen, ein trockener Mund und gelegentliches Erbrechen können ebenfalls Folgen der Einnahme von Sildenafil sein.

Brustbereich

  • Wärmegefühle
  • Brustschmerzen
  • Müdigkeit
  • erhöhte Herzfrequenz

Langzeitstudien haben ergeben, dass gelegentliche Nebenwirkungen durch Viagra bei 0,1 – 1 Prozent der Anwender auftreten.

Schon gewusst?

Kann Viagra das Gedächtnis verbessern? Ja, das geht – behaupten zumindest Forscher aus den USA. Mehrere Studien zeigen, dass das Potenzmittel auch eine gute Gedächtnismedizin sein könnte. Wie genau die Wirkung zustande kommt, ist bisher aber unklar.

Selten auftretende Nebenwirkungen von Viagra

Im Bereich des Gehirns

  • Schlaganfall führen
  • transitorische ischämische Attacken (Durchblutungsstörungen im Gehirn)
  • Krampfanfälle und wiederkehrende Krampanfälle mit Ausfällen des Nervensytems (Synkope)

Bereich der Augen

  • akute einseitige Verschlechterungen des Sehvermögens (NAION)
  • Gefässverschlüsse (mindern das Sehvermögen)
  • Netzhautblutungen
  • Gefässschädigungen
  • Verletzungen der Netzhaut
  • Schädigungen der Sehnerven (Glaukome)
  • Gesichtsfelddefekte (Mouches Volantes)
  • Doppeltsehen
  • verschwommenes Sehen (Myopie, Asthenopie)
  • Iriserkrankungen (Mydriasis)
  • Farbsäume
  • Augen- und Augenliedödeme
  • Schwellungen
  • Verfärbungen der Augenschleimhäute
  • Augenreizungen und anomale Sinnesempfindungen

Bereich der Ohren

  • Taubheit

Bereich des Herzens

  • Plötzlicher Herztod
  • Herzinfarkt
  • Rhythmusstörungen der Herzklammern (ventrikuläre Arrhythmie)
  • Vorhofflimmern
  • Herzenge (instabile Angina pectora)

Bereich Nasen-Rachen

  • Halsenge
  • trockene Nasenschleimhaut
  • Nasenödeme auf
  • im Mundraum vermindertes Empfindungsvermögen (orale Hypästhesia)

Bereich der Haut

  • Ablösungen der Haut (Syndrom Stevens-Johnson, toxische epidermale Nekrolyse)

Genitalbereich

  • Priapismus, langanhaltenden Erektionen (prolongierte Erektion)
  • Hämatospermie (Blut im Sperma)

Diese seltenen Nebenwirkungen durch die Einnahme von Viagra kommen bei 0,01 – 0,1 Prozent aller Männer vor.

Informationen zu Viagra

Über eine Dauererektion wird oft geschmunzelt. Dabei handelt es sich jedoch um eine ernsthafte Nebenwirkung, die zu dauerhaften Erektionsproblemen führen kann. Wodurch es zu dazu kommt und welche Gefahren bestehen, können Sie in diesem Artikel erfahren.

Informationen von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Tipp der Redaktion von Maennerhilfe.org

Spezielle Nebenwirkungen von Viagra

Priapismus

Sollten Sie unter einer anatomischen Missbildung des Penis leiden (Angulation, Fibrose im Bereich der Corpora cavernosa, Peyroniekrankheit), dann sollten Sie die Einnahme vorher mit Ihrem Arzt absprechen. In Studien zu Folge-Erkrankungen durch Viagra wurden in seltenen Fällen prolongierte Erektionen und Priapismus festgestellt.

Wenn Sie nach der Einnahme von Viagra eine langanhaltende Erektion über vier Stunden haben, sollten Sie so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen. Durch eine solche Dauererektion kann es zu bleibenden Gewebeschäden im Penis kommen, die u.U. zu einer dauerhaften Impotenz führen.

Eine besondere Risikogruppe für Priapismus sind Männer, die eine Vorgeschichte mit Sichelzellanämie, Plasmozytom und Leukämie haben.

Blaues Sehen

In relativ vielen Fällen kommt es zu einer vorübergehenden Sehstörung des „Blauen Sehen“, wobei es sich um einen leichten Blauschimmer in der Wahrnehmung handelt.

Männer, die häufig Viagra einnehmen, berichten öfter von einem verschwommenen Sehen. Der Grund dafür liegt im Wirkstoff Sildenafil, welcher zur Gruppe der PDE-5-Hemmer gezählt wird.

In Langzeitstudien wurde jedoch nachgewiesen, dass das Symptom „Blaues Sehen“ keine bleibenden Folgen für die Netzhaut hat und somit bei der richtigen Einnahme von Viagra völlig ungefährlich ist.

Muskelschmerzen (Myalgie)

Wer öfter Viagra einnimmt, wird gelegentlich Muskelschmerzen haben. Diese werden durch die arterienweitende Wirkung von Sildenafil hervorgerufen und medizinisch als Myalgie bezeichnet.

Durch Sildenafil werden nicht nur die Arterien des Penis erweitert, sondern im gesamten Körper. Als Folge dessen, kann es gelegentlich zu arteriellen Verletzungen in den Muskeln kommen, was mit leichten Schmerzen verbunden ist.

Myalgie kann mit Muskelkater verglichen werden, den Sie nach Sport oder schwerer körperlicher Arbeit bekommen. Die Schmerzen sind völlig ungefährlich und vergehen nach kurzer Zeit wieder von selbst.

Dyspepsie

In seltenen Fällen berichten Männer von Verdauungsstörungen, die unter dem Begriff Dyspepsie zusammengefasst sind. Auftretende Symptome dafür sind ein trockenes Gefühl im Mundraum, Durchfall und Erbrechen. Übelkeit tritt dabei am häufigsten auf. Jedoch wird beobachtet, dass diese mit der weiteren Dauer der Einnahme von Viagra verschwindet.

Ausgelöst wird Dyspepsie durch den Wirkstoff Sildenafil, welcher den Verdauungsvorgang stört und dadurch Sodbrennen und Magendruck auslösen kann. Die Nebenwirkungen verschwinden nach kurzer Zeit wieder von allein und hinterlassen keine bleibenden Schäden.

Gibt es Langzeitnebenwirkungen?

Unter Langzeitnebenwirkungen versteht man körperliche und psychische Nebenwirkungen, die lange anhalten und u.U. nicht reversibel sind, also für immer bleiben. Vor allem durch eine zu hohe Dosierung können diese Langzeitnebenwirkungen hervorgerufen werden.

Eine dauerhafte Überdosierung kann Impotenz, Herzprobleme und sogar tödliche Hirnblutungen begünstigen. Doch auch bei einer normalen Dosierung kann es zu langfristigen Sehstörungen kommen. Vor allem betrifft dies Männer mit bestimmten Genmutationen. Vor allem die Gefahr einer Retinitis Pigmentosa besteht bei der Einnahme von Viagra.

Dabei handelt es sich um eine Netzhautdegeneration, die zu Nachtblindheit, Farbveränderungen und Lichtempfindlichkeit führen kann. Etwa jeder 50. Mensch ist von einer solchen Genmutation betroffen. Bei einer Überdosierung kann es zu einer dauerhaften Schädigung der Zapfen kommen, die für das Farbsehen wichtig sind.

Quellen

  1. VIAGRA 100 mg Filmtabletten, Beipackzettel. In: Apotheken-Umschau, Gesundheits-Tipps und Infos zu Medizin, Krankheiten, Therapien, Laborwerten und Medikamenten. URL: apotheken-umschau.de (Stand 28.08.2020)
  2. Viagra. Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels). In: Pfizer.de (Pfizer Deutschland GmbH). URL: pfizer.de (Stand 28.08.2020)
  3. Viagra (summary of the European public assessment report (EPAR) for Viagra). In: European Medicines Agency. URL: ema.europa.eu (Stand 28.08.2020)
  4. Shakir SAW, Wilton LV, Boshier A. Cardiovascular events in users of sildenafil: results from first phase of prescription event monitoring in England. BMJ 2001; 322: 651–2 (Stand 28.08.2020)
  5. Blonde L.: Sildenafil citrate for erectile dysfunction in men with diabetes and cardiovascular risk factors: a retrospective analysis of pooled data from placebo-controlled trials. (2006) URL: ncbi.nlm.nih.gov (Stand 28.08.2020)
  6. Amir Qaseem, et al.: Hormonal Testing and Pharmacologic Treatment of Erectile Dysfunction: A Clinical Practice Guideline From the American College of Physicians. Ann Intern Med. 2009; 151: 639—649. (Stand 28.08.2020)
Experte & Autor

Online-Redakteur mit einem großen Wissen im Bereich Medizin, Gesundheit sowie Gesundheits-Management. Er hat sein Studium der Wirtschaftslehre an der Universiät Dortmund absolviert und bei unterschiedlichen Unternehmen aus dem Bereich Gesundheit im Raum Düsseldorf über 30 Jahre gearbeitet.
Seit mehr als vier Jahren arbeitet Rainer Hoffmann nun als Berater und Redakteur beim Redaktionsteam der Bundeszentrale für gesundheitlichen Aufklärung. Rainer Hoffmann sorgt für die Richtigkeit unserer medizinischen Inhalte sowie überwacht und koordiniert sorgfältig die Content Produktion. Des weiteren unterstützt Rainer das Redaktionsteam bei der Beantwortung von komplexen medizinischen Fragestellungen.

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