Etwa 7 Millionen Männer in Deutschland haben temporäre oder dauerhafte Probleme mit der Erektion. Für eine erfolgreiche Behandlung fällt den meisten Männern Viagra ein. Doch es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Viagra Alternativen mit ähnlichem Wirkprinzip, aber auch Injektionen und Zäpfchen.

Im folgenden Artikel erhalten Sie alle wichtigen Informationen zu den Alternativen zu Viagra.

Rezeptpflichtige PDE-5-Hemmer

Cialis (Tadalafil)

Cialis enthält den Wirkstoff Tadalafil und gehört ebenso wie Viagra zur Gruppe der PDE-5-Hemmer. Die Wirkung beruht darauf, die Blutgefäße zu erweitern, wodurch mehr Blut in den Penis strömen kann und somit eine Erektion gefördert wird.

Der US-Hersteller Lilly Pharmaceuticals brachte Cialis 2002 auf den Markt. Aufgrund seiner langen Wirkzeit von bis zu 36 Stunden (4 – 6 Stunden bei Viagra) hat sich das Potenzmittel zu einer echten Alternative zu Viagra entwickelt und ist bei vielen Männern beliebt (Das ist Viagra). Das Medikament ist nur gegen Vorlage eines Rezepts erhältlich (So lange wirkt Viagra).

Viagra Alternatice Cialis

Cialis wird in den Dosierungen 5 mg, 10 mg und 20 mg angeboten. Etwa eine Stunde nach der Einnahme entfaltet sich die Wirkung. Eine Packung enthält  2 Blisterstreifen mit jeweils 2 Tabletten. Durch die lange Wirkzeit ist auch spontaner Sex möglich. Tadalafil baut sich mit der Zeit auf ganz natürliche Weise wieder ab.

Levitra Vardenafil

Levitra (Vardenafil)

2003 kam das Medikament von Bayer HealthCare auf den Markt. Es enthält den Wirkstoff Vardenafil und gehört zur Gruppe der PDE-5-Hemmer. Das Potenzmittel wird in den Dosierungen 5 mg, 10 mg und 20 mg angeboten.

Levitra sorgt dafür, dass sich die kleinsten Blutgefäße im Penis entspannen. Dadurch kann mehr Blut in die Schwellkörper gelangen, wodurch eine Erektion gefördert wird. Levitra wirkt deutlich schneller als Viagra und man kann bereits nach 40 Minuten Geschlechtsverkehr haben. Eine Stunde nach der Einnahme entfaltet Levitra seine volle Wirkung. Diese kann durchaus fünf bis zwölf Stunden andauern und damit länger als bei Viagra.

Aufgrund seiner geringen Nebenwirkungen und guten Verträglichkeit ist Levitra sehr beliebt und hat sich gerade in Deutschland zu einer echten Viagra Alternative entwickelt. Das Medikament wirkt effektiv und zuverlässig zur Behandlung von ED.

Spedra (Avanafil)

Spedra ist das neueste Potenzmittel auf dem Markt und enthält den Wirkstoff Avanafil. Dieser gehört ebenso wie Sildenafil zur Gruppe der PDE-5-Hemmer und entspannt die Blutgefäße im Penis. Somit kann mehr Blut hineinströmen und es wird eine Erektion gefördert. Die Wirkung tritt jedoch nur bei sexueller Erregung ein.

Spedra selbst behandelt nicht die Ursachen der Erektionsprobleme, sondern nur die Symptome. Das Medikament ist in den Dosierungen 50 mg, 100 mg und 200 mg im Handel erhältlich. Bei gleichzeitiger Einnahme mit Alkohol, kann es zu einem gefährlichen Abfall des Blutdrucks und einer erhöhten Herzfrequenz kommen.

Das Potenzmittel Spedra

Viagra Generika

Seit Ablauf des Viagra Patents gibt es zahlreiche generische Alternativen auf dem Markt die preisgünstiger sind als das Original von Pfizer. Diese Medikamente enthalten die gleichen Wirkstoffe und stehen in ihrer Wirkung dem Original in nichts nach.

Generika´s sind wesentlich billiger, da die teuren Forschungs- und Entwicklungskosten wegfallen. Trotzdem muss Viagra Generika bei der Zulassung seine Wirksamkeit und Sicherheit nachweisen. Es durchläuft dafür die gleichen Studien wie das Pfizer-Original.

Zu den Viagra Generikas gehören:

  • SildeHexal
  • Sildaristo
  • Sildenafil Hormosan
  • Sidlenafil Stada
  • Sildenafil Pfizer
  • Sildenafil ratiopharm

Caverject

Caverject ist eine Behandlungsmöglichkeit gegen erektile Dysfunktion und wird oft verwendet, wenn Potenzmittel nicht erfolgreich sind. Das Mittel mit dem Wirkstoff Alprostadil wird direkt in den Penis injiziert. Schon sehr schnell erweitern sich die Blutgefäße, woraufhin mehr Blut in die Schwellkörper fließt und somit eine Erektion gefördert wird.

Die Wirkung von Caverject ist sehr zuverlässig, jedoch wird die Injektion oft als unangenehm angesehen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Ausschlag, Schmerzen und Rötungen am Penis. Weiterhin kann zu Verhärtungen in den Schwellkörpern kommen.

Caverject gegen Erektionsprobleme

Treten allergische Reaktion auf, sollte von der weiteren Verwendung von Alprostadil abgesehen werden. Ebenso ist die Einnahme bei bestehen Leberfunktionsstörungen unterdagt. Vorsicht ist vor allem bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen geboten. Sehen Sie von der Einnahme bei einem kürzlich erlittenenen Herzinfarkt oder Schlaganfall ab.

MUSE

MUSE zur Behandlung von Erektionsproblemen

MUSE ist die Abkürzung für Medicated Urethal System for Erection. Ebenso wie bei Caverject wird der Wirkstoff Alprostadil verwendet.

Dieser Wirkstoff erweitert die Blutgefäße und sorgt für eine bessere Blutversorgung des Penis. Es kommt zu einer härteren Erektion die auch länger andauert. Bei MUSE handelt es sich nicht um eine Erektionspille, sondern um eine Art Zäpfchen, welches mithilfe eines Applikators in die Harnröhre eingeführt wird. Von dort gelangt der Wirkstoff schnell in die Blutgefäße der Schwellkörper.

In der Folge erweitern sich die Blutgefäße, wodurch mehr Blut in den Penis gelangt und es zur Erektion kommt. Alprostadil wirkt bereits nach 5 – 10 Minuten und für etwa eine Stunde. Im Vergleich zu Caverject, ist die Anwendung von MUSE deutlich einfacher. Durch die schnelle Wirkung stellt MUSE eine seht gute Alternative zu Tabletten dar.

MUSE ist in den Dosierungen 25 mg, 50 mg und 100 mg erhältlich, wobei in der Regel mit 25 mg angefangen wird. Wenn die Wirkung nicht wie gewünscht ausfällt, kann die Dosierung angepasst werden. Mehr als zwei Zäpfchen pro Tag und sieben pro Woche sollten nicht angewendet werden. In seltenen Fällen kommt es bei MUSE zu einer Dauererektion, die auch mehrere Stunden anhalten kann.

Zu den möglichen Nebenwirkungen gehört ein schmerzhafter Penis, ein Brennen in der Harnröhre, Schwindelgefühle, Kopfschmerzen und ein niedriger Blutdruck. Selten treten kleinere Blutungen in der Harnröhre und Ausschläge auf.

SKAT

SKAT ist die Abkürzung für Schwellkörper-Autoinjektionstherapie und stellt eine Behandlungsform von erektiler Dysfunktion dar. Diese Methode stellt vor allem bei Patienten eine Alternative dar, bei denen Potenzmittel keinen Erfolg zeigten.

SKAT hat sich als hochwirksam erwiesen, sollte aber unbedingt korrekt angewendet werden. Vor dem Sex erfolgt die Injektion direkt in den Penis. Als Wirkstoffe stehen Alprostadil und Papaverin zur Verfügung. Die Erektion stellt sich unabhängig von sexueller Erregung schon nach wenigen Minuten ein. In den nächsten drei Stunden können Sie Sex haben.

SKAT zur Behandlung von Erektionsproblemen

Wenn Sie diese Behandlung verwenden, sollte die Anwendung durch einen Arzt begleitet werden. Für viele Männer ist die Vorstellung die Injektion in den Penis zu setzen unangenehm und deutlich aufwendiger als die Einnahme einer Tablette. Zudem darf SKAT nicht so häufig angewendet werden wie bei normalen Potenzmitteln.

Die Behandlung mit SKAT hat den Vorteil, dass sie selbst dann Erfolg zeigt, wenn im Becken- oder Genitalbereich Nervenschädigungen vorliegen. Oft sind dies die Folgen einer Prostataoperation. Dank SKAT können diese Männer wieder ein normales Sexleben haben mit einer normal harten Erektion. Auch Männer die eine schnelle Erektion „brauchen“, können auf die Injektion zurückgreifen, denn die Wirkung tritt im Vergleich zu den Tabletten wesentlich schneller ein.

Als Nebenwirkungen können Blutergüsse an den Einstichstellen auftreten. Wenn Patienten unter Gerinnungsstörungen leiden, sollten sie Vorsicht bei der Anwendung von SKAT walten lassen. In selten Fällen kann die Anwendung auch zu einer Dauererektion (Priapismus) führen.

Rezeptfreie Alternativen

Während Viagra sowie seine generischen Alternativen nur gegen Vorlage eines Rezeptes erhältlich, gibt es auch rezeptfreie Varianten. Diese pflanzlichen Mittel können legal und rezeptfrei erworben werden. Bei leichten Erektionsstörungen können pflanzliche Alternativen eine zuverlässige Hilfe darstellen.

In der Natur gibt es zahlreiche natürliche Aphrodisiaka. Ihnen wird eine luststeigernde Wirkung nachgesagt, die teilweise eine bessere Durchblutung und Erektionsfähigkeit versprechen.

Heilkraut Damiana

Eine dieser Pflanzen ist Damiana, die in Mittel- und Südamerika vorkommt und dort bei vielen sexuellen Störungen verwendet wird. Sie verbessert die Durchblutung, wirkt bei Frauen luststeigernd, bei Männern potenzfördernd. In Apotheken und im Internet gibt es Extrakte von Damiana rezeptfrei zu kaufen.

Ein weiteres Medikament ist Andromol, welches aus der Aminosäure L-Arginin und Pinienrindenextrakten besteht. L-Arginin spielt eine wichtige Rolle bei der Erweitung der Blutgefäße. Durch eine verbesserte Durchblutung kann es auch zu einer besseren Erektionsfähigkeit kommen.

Penisring/Penispumpe

Eine Alternative zu pflanzlichen Wirkstoffen oder Medikamenten sind sogenannte mechanische Potenzhilfen. Als besonders wirksam hat sich der Penisring erwiesen. Dieser besteht aus weichen, reißfesten Gummi oder Silikon. Vor dem Geschlechtsverkehr wird er über den Schaft des Penis gezogen. Die dadurch erreichte Verengung, führt zu einem Blutstau, der die Erektion verbessert. Es gibt keine Nebenwirkungen. Zu beachten ist, dass der Penisring nicht zu lang angewendet wird, um einen gefährlichen Blutstau zu vermeiden.

Schon vor den bekannten Potenzmitteln gab es die Penispumpe. Diese kann allein oder in Verbindung mit einem Penisring verwendet werden. Die Penispumpe wird über den Penis gestülpt und erzeugt mittels eines Unterdrucks die Erektion.

Pflanzliche Alternativen

Es gibt eine ganze Reihe von pflanzlichen Mitteln, die die Potenz steigern können. Viele Wurzeln oder Kräuter kommen aus Asien, wo deren Wirkung schon seit vielen Jahrhunderten bekannt ist.

Manche Männer ziehen solche pflanzlichen alternativen den modernen PDE-5-Hemmern vor. Im Folgenden stellen wir eine Reihe von pflanzlichen Alternativen vor.

Ginseng-WurzelGinseng

Die Wirkung dieser Wurzel ist in Ostasien bereits Jahrtausende bekannt. Durch verschiedene Studien wurden die positiven Wirkungen von Ginseng bei Erektionsproblemen bestätigt. Jedoch kann es bei der gleichzeitigen Einnahme von Blutgerinnungsmitteln zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen.

Maca

Bei Maca handelt es sich um eine Art Kresse, die in den peruanischen Anden schon seit mehr als 2000 Jahren bekannt ist. In den Wurzeln ist ein testosteronartiger Wirkstoff enthalten, welcher luststeigernd wirkt und die Anzahl der Spermien erhöht. Hilfreich sind die Wurzeln frisch oder als Pulver zerrieben.

Yohimbe

Der Wirkstoff des afrikanischen Baumes Yohimbin entfaltet seinen Effekt im autonomen Nervensystem, wodurch auch eine Verbesserung der Erektion erreicht wird. Das Extrakt der Pflanze steigert den Blutdruck und tritt in Wechselwirkung zu Medikamenten wie Antidepressiva.

Dieses traditionelle Pflanzenextrakt ist bereits den Ureinwohnern Nordamerikas bekannt gewesen und wird auch heute noch zur Behandlung von Prostatabeschwerden eingesetzt, aber auch bei Erektionsstörungen.

Bischofsmütze

Die Bischofsmütze ist ein gewächs, welches in China vorkommt und den Wirkstoff Icariin enthält. Dieser wirkt ähnlich wie Viagra, hemmt also das körpereigene Enzym PDE-5 und sorgt für eine verbesserte Blutzufuhr in den Penis.

Quellen

  1. Gresser, Ursula; Gleiter, Christoph. Erectile dysfunction: comparison of efficacy and side effects of the PDE-5 inhibitors sildenafil, vardenafil and tadalafil–review of the literature. European Journal of Medical Research Volume 7, 10/2002. Holzapfel Verlag. URL: researchgate.net (Stand: 08.09.2020).
  2. The efficacy of sildenafil citrate (Viagra) in clinical populations: an update. In: Carson CC et al. URL: ncbi.nlm.nih.gov (Stand: 08.09.2020)
  3. Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit: Cialis, Tadalafil. European Medicines Agency. URL: ema.europa.eu (Stand: 08.09.2020)
  4. Tadalafil und Vardenafil. Avoxa Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH. URL: pharmazeutische-zeitung.de (Stand: 08.09.2020)
  5. A multicenter, randomized, double-blind, crossover study of patient preference for tadalafil 20 mg or sildenafil citrate 50 mg during initiation of treatment for erectile dysfunction. Govier F. et al. URL: ncbi.nlm.nih.gov (Stand: 08.09.2020)
  6. Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels: Levitra. In: European Medicines Agency. URL: ema.europa.eu (Stand: 08.09.2020)
  7. Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels: Spedra. In: European Medicines Agency. URL: ema.europa.eu (Stand: 08.09.2020)
  8. Spedra 100mg Tabletten. In: Apotheken-Umschau, Gesundheits-Tipps und Infos zu Medizin, Krankheiten, Therapien, Laborwerten und Medikamenten. URL: apotheken-umschau.de (Stand: 08.09.2020)
  9. Avanafil for the treatment of erectile dysfunction: a multicenter, randomized, double-blind study in men with diabetes mellitus. Goldstein I et al; Mayo Clin Proc. 2012 Sep;87(9):843-52. doi: 10.1016/j.mayocp.2012.06.016. Epub 2012 Aug 1.. URL: ncbi.nlm.nih.gov (Stand: 08.09.2020)
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Online-Redakteur mit einem großen Wissen im Bereich Medizin, Gesundheit sowie Gesundheits-Management. Er hat sein Studium der Wirtschaftslehre an der Universiät Dortmund absolviert und bei unterschiedlichen Unternehmen aus dem Bereich Gesundheit im Raum Düsseldorf über 30 Jahre gearbeitet.
Seit mehr als vier Jahren arbeitet Rainer Hoffmann nun als Berater und Redakteur beim Redaktionsteam der Bundeszentrale für gesundheitlichen Aufklärung. Rainer Hoffmann sorgt für die Richtigkeit unserer medizinischen Inhalte sowie überwacht und koordiniert sorgfältig die Content Produktion. Des weiteren unterstützt Rainer das Redaktionsteam bei der Beantwortung von komplexen medizinischen Fragestellungen.

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