Bei einem Penisimplantat wird ein künstlicher Schwellkörperersatz durch einen operativen Eingriff in den Penis eingesetzt. Dadurch kann der Penis in seiner Form und Härte wie ein normal erigiertes Glied funktionieren. So haben Männer die Möglichkeit, wieder normalen Geschlechtsverkehr zu haben.

Im folgenden Artikel erfahren Sie alles Wichtige zum Penisimplantat: zu den Arten, zur Anwendung, der Operation und welche Risiken es gibt.

Arten von Penisimplantaten

Hinsichtlich der Festigkeit des Materials und der Bauart, werden drei Arten von Penisimplantaten unterschieden:

  • Rigide Penisprothese – formstabil und dauerhaft hart
  • Semirigide Penisprothese – hart, aber biegbar
  • Hydraulische Penisprothese – flüssigkeitsgefülltes Implantat

In der modernen Medizin wird die regide Penisprothese nicht mehr operativ eingesetzt, da hierbei der Penis dauerhaft künstlich erigiert ist. Vor allem im Alltag ist das unprkatisch und stellt für Männer eine Belastung dar.

Beim semirigiden Implantat handelt es sich um eine Weiterentwicklung aus Silikon mit einem darin eingebetteten Metallgeflecht. Vor dem Geschlechtsverkehr wird die Prothese einfach nach oben gebogen. Um diesen dauerhaft erigierten Penis nach dem Sex zu verbergen, wird er dann wieder nach unten gebogen.

In der Regel kommt heutzutage ein hydraulisches Penisimplantat zum Einsatz. Vor dem Sex, wird das Implantat manuell mit einer Flüssigkeit gefüllt, wodurch sich der Penis aufrichtet und hart wird. Die dafür nötige Flüssigkeit wird in einem künstlichen Behälter neben der Harnblase gespeichert und mittels einer kleinen Handpumpe, die während der Operation im Hodensack untergebracht ist, in das Implantat gesaugt. Vor dem Sex wird durch Betätigung der Pumpe die künstliche Erektion herbeigeführt. Bei Nicht-Benutzung bleibt der Penis im erschlafften Zustand, was für betroffene Männer angenehm und praktisch ist.

Funktionsweise hydraulisches Penisimplantat

Wann wird eine Penisprothese verwendet?

Erektile Dysfunktion (Impotenz) kann verschiedene Ursachen haben, die auch unterschiedlich behandelt werden müssen. Bei Erektionsstörungen ist der Mann nicht mehr in der Lage eine ausreichend harte oder lange Erektion für Geschlechtsverkehr zu bekommen. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf das Sexleben, sondern stellt für Männer auch eine große psychische Belastung dar.

Ein Penisimplantat kommt jedoch erst dann zur Anwendung, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten nicht erfolgreich waren. Dazu zählen:

  • Behandlung der eigentlichen Grunderkrankung (z.B. Testosteronmangel)
  • Medikamente wie z.B. PDE-5-Hemmer
  • Psychotherapie bei Stress oder Ängsten
  • Schwellkörperinjektion (SKAT)
  • Harnröhrenstäbchen (MUSE)
  • Penispumpe/Penisring
  • Chirurgischer Eingriff zur Verbesserung der Blutgefäße in den Schwellkörpern

Penisimplantate werden inzwischen auch zum Aufbau eines künstlichen Penis verwendet, wie dies z.B. nach einem schweren Unfall oder bei transsexuellen Menschen der Fall sein kann.

Schon gewusst?

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Wie läuft eine Operation ab?

Zu Beginn einer Operation wird zunächst der Intimbereich gewaschen und desinfiziert. Der Patient befindet sich dabei in Vollnarkose, bekommt vom chirurgischen Eingriff also nichts mit. Der Arzt öffnet mit einem Schnitt den Penis im Bereich der Peniswurzel und entfernt das innenliegende Bindegewebe. Der dadurch freiwerdende Platz wird durch ein künstliches Implantat ausgefüllt.

Bei einem rigiden (gar nicht mehr in der Anwendung) oder semirigiden (nur noch selten in der Anwendung) ist die Operation dann auch schon vorbei.

Bei einer hydraulischen Penisprothese setzt der Arzt das Flüssigkeitsreservoir neben der Harnblase ein und fixiert es dort. Danach wird eine kleine Pumpe in den Hodensack eingesetzt, die durch dünne Schläuche mit dem Flüssigkeitsbehälter verbunden ist. Die Flüssigkeit besteht im Normalfall aus einer Kochsalzlösung oder reinem Wasser. Nach einer Überprüfung wird die Operationswunde wieder vernäht.

Anwendung eines hydraulischen Penisimplantat

Welche Risiken gibt es

Beim chirurgischen Eingriff kann es zu einer Verletzung der Harnröhre oder der Nervenbahnen kommen. Zudem kann es durch die Narbe oder eine zu lange Prothese zu einem verkrümmten Penis kommen, was allerdings nur selten der Fall ist.

Sehr selten befallen Bakterien oder Keime die neu eingesetzte Prothese. In der Folge kommt es zu Hautrötungen, Schmerzen, Schwellungen und einer eingeschränkten Funktion des Implantats. Der Arzt wird die Infektion mittels Antibiotika behandeln. Sollte dies keinen Erfolg zeigen, wird das Implantat wieder entnommen. Später dann kann ein weiterer Versuch unternommen werden.

Aufgrund der Komplexität sind mit einem hydraulischen Penisimplantat mehr Anfälligkeiten verbunden als mit einer semirigiden Penisprothese.

Verletzungen der Eichel

Zu einem weiteren Problem kann es kommen, wenn zwar die Schwellkörper, jedoch nicht die Eichel hart wird. In diesem Fall hängt sie beim künstlich erigierten Penis schlaff nach unten. Beim Geschlechtsverkehr führt dies zu Problemen, insbesondere beim Eindringen in die Scheide. Bei einem routinierten Arzt kommt das aber sehr selten vor.

Druckgeschwüre und Blutungen

Vor allem bei querschnittsgelähmten Patienten oder Diabetikern kann es zu problemen kommen, wenn der Implantatdruck zu stark ist. Dadurch wird der Dehnungsschmerz im Penis nicht bzw. nur abgemindert wahrgenommen.

Die Folge von zu stark gefüllten oder zu großen Implantaten sind Gewebeschädigungen, die zu Blutungen oder Geschwüren führen. Auch zu einer Verletzung der Harnröhre kann es dabei kommen.

Erfahrungen mit einem Penisimplantat

Nach einer Operation sollte man beim Geschlechtsverkehr vorsichtig sein. Zum einen muss man sich an den Einsatz des Implantats gewöhnen, zum anderen das Risiko von möglichen Verletzungen so gering wie möglich halten. Achten sollte man vor allem auf Schmerzen oder Hautrötungen an den Nähten der Wunde. Sollte das der Fall sein, muss auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.

In Studien wurde festgestellt, dass etwa 90 Prozent der Frauen mit dem Penisimplantat des Partners zufrieden sind. Es sollte jedoch von Anfang an klar sein, dass eine Penisprothese keine natürliche Erektion ersetzt. Das Implantat verbessert den Härtegrad des Penis. Wichtig zu wissen ist noch, dass der Penis deutlich kürzer und schmaler ist als ein normal erigiertes Glied. Ist das beiden Partnern bewusst und man gönnt sich eine gewisse Anpassungszeit, kann wieder ein normales, erfülltes Sexleben möglich sein.

Funktionsweise Penisprothese

Quellen

  1. Penisprothese (Schwellkörperimplantat) URL: urology-guide.com (Stand: 06.10.2020)
  2. Penisimplantate – Behandlung von Erektionsstörungen URL: isg-info.de (Stand: 06.10.2020)
  3. Schwellkörperimplantat – Sexualität problemlos beheben URL: maennergesundheit.info (Stand: 06.10.2020)
Experte & Autor

Online-Redakteur mit einem großen Wissen im Bereich Medizin, Gesundheit sowie Gesundheits-Management. Er hat sein Studium der Wirtschaftslehre an der Universiät Dortmund absolviert und bei unterschiedlichen Unternehmen aus dem Bereich Gesundheit im Raum Düsseldorf über 30 Jahre gearbeitet.
Seit mehr als vier Jahren arbeitet Rainer Hoffmann nun als Berater und Redakteur beim Redaktionsteam der Bundeszentrale für gesundheitlichen Aufklärung. Rainer Hoffmann sorgt für die Richtigkeit unserer medizinischen Inhalte sowie überwacht und koordiniert sorgfältig die Content Produktion. Des weiteren unterstützt Rainer das Redaktionsteam bei der Beantwortung von komplexen medizinischen Fragestellungen.

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