Das im Laufe des Lebens eines Mannes Erektionsprobleme vorkommen, ist ganz normal. Erst bei dauerhaften Störungen sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Doch Erektionsstörungen kann vorgebeugt werden.

Im folgenden Artikel erfahren Sie, wie Sie Impotenz (Erektile Dysfunktion) mit einem gesunden Lebensstil und ausreichend Bewegung vorbeugen können.

Kann man Erektionsprobleme vorbeugen?

Bei 50 bis 90 Prozent der Männer die unter Erektionsproblemen leiden, ist dies auf körperliche Ursachen zurückzuführen. Weiterhin spielt die Psyche eine große Rolle, die oft mit den physischen Faktoren einhergeht. Als Gründe kommen dafür eine ganze Reihe von Ursachen in Frage wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes oder auch Arteriosklerose. Wenn Sie mehr darüber lesen möchten, dann lesen Sie sich auch die Artikel „Impotenz bei jungen Männern“ oder „Penis wird nicht richtig hart oder bleibt steif„.

Weitere Ursachen für Impotenz können auch Störungen im Fettstoffwechsel, Diabetes, chronische Nierenschwäche, Erkrankungen der Wirbelsäule, Hormonprobleme, Multiple Sklerose oder Operationen in Frage kommen. Vor allem bei Krebs der Prostata oder Blase kann ein operativer Eingriff zu Folgen der Erektionsfähigkeit führen.

Manche dieser Erkrankungen können zu Beginn erkannt werden und auch relativ gut behandelt werden. Machen Sie daher von einem regelmässigen Check durch den Hausarzt Gebrauch.

Eine Anfang zur Vorbeugung von Erektionsstörungen ist es, mit dem Rauchen aufzuhören. Der durchschnittliche Raucher hat ein um 31 Prozent höheres Risiko an erektiler Dysfunktion zu erkranken als ein Nicht-Raucher, wie eine Studie mit 4.800 Teilnehmern feststellte.

Die Zigarette enthält Inhaltsstoffe, die Arteriosklerose begünstigen, was Durchblutungsstörungen zur Folge hat. Vor allem die kleinen Gefäße im Penis sind dafür anfällig, wodurch es zu Erektionsstörungen kommt.

So beugen Sie Erektionsstörungen vor

Wenn diese Durchblutungsstörungen einmal auftreten, dauert es nicht mehr lange, bis sie sich auf die Potenz auswirken. Es kommt dabei nicht nur zu einer Verengung der Gefäße, sondern die normalerweise bei sexueller Erregung auftretende temporäre Erweiterung wird verringert. Es erreicht nicht mehr ausreichend Blut den Penis, sodass die Erektion schwach ausfällt oder ganz ausbleibt.

Alkohol hat ebenso Auswirkungen wie das Rauchen, auch wenn diese von Mann zu Mann verschieden ausfallen. Mitunter ruft ein Glas Wein eine Gefäßerweiterung hervor, was durchaus auch die Erektion begünstigt. Wird jedoch zu viel Alkohol getrunken, dreht sich der Effekt ins Negative. Die dadurch hervorgerufenen Schäden am Nervensystem wirken sich schnell auf die Erektionsfähigkeit aus.

Der Einfluss von ausgewogener Ernährung

Mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung können Sie Erektionsproblemen vorbeugen. Eine Ernährung, die förderlich für die Gefäße ist, lässt auch die Potenzfähigkeit profitieren. Hilfreich ist eine Kost, die reich an pflanzlichen Fetten und arm an tierischen ist.

Fleisch enthält oft gefäßschädigendes LDL-Cholesterin. Fette mit pflanzlichen Ursprung haben einen schützenden Charakter. Auf der anderen Seite ist Fisch eine gute Ergänzung, denn dieser enthält viele Omega-3-Fettsäuren. Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren senken die Blutfettwerte und somit auch den LDL-Cholesterin.

Achten Sie auch auf Nährstoffe die Aminosäuren wie Arginin oder Ornithin enthalten, sowie Vitamine B. Arginin z.B. spielt bei der Erektion eine wichtige Rolle, denn als Vorstufe des Botenstoffs Stickstoffmonoxid erweitert es die Blutgefäße und sorgt für das Zustandekommen einer Erektion.

Gesunde Ernährung für eine bessere Potenz

Arginin ist z.B. in Erd- und Walnüssen sowie Kürbiskernen enthalten. Ornithin ist in Eiweißen enthalten und unterstützt dabei die Bildung von Arginin. Zu erwähnen ist aber auch, dass diese Stoffe über Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden können.

Ungesunde Ernährung führt oft auch zu Übergewicht, und damit zu einem Risikofaktor für Erektionsstörungen. Bei übermässigen Konsum von Fetten und weißem Industriezucker, erhöht sich das Risiko von Impotenz.

Ein gesunder Lebensstil wird nicht von heute auf morgen dafür sorgen, dass sich Verbesserungen der Potenz einstellen.

Welche Rolle spielt der Kopf?

Der Kopf spielt beim Zustandekommen der Erektion eine große Rolle. Lust, sexuelles Verlangen, entsteht im Kopf. dadurch werden Signale ausgesendet, die den Ablauf einer erektion in Gang setzen. Vor allem die Hormone Dopamin und Serotin lösen Emotionen aus – und Sex ist Emotionen pur.

Bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Versagensängsten, ist dieser Anlauf gestört, was zu Erektionsproblemen führt. Geht man die eigentliche Ursache an, z.B. Depressionen, verschwinden auch die Potenzstörungen von selbst. In manchen Fällen beeinträchtigen auch eingenommene Psychopharmaka die Lust. In diesem Fall sollten betroffene Männer dies mit ihrem Arzt besprechen.

Ein weiterer Faktor stellt Stress dar. Zwar sorgt Stress auch für den nötigen Kick durch Adrinalin und damit auch körperliche Höchstleistungen, doch dauerhafter Stress hat negative Auswirkungen für den Körper und damit auch für die Potenz. Wenn der Körper permanent unter Stress steht, verringern sich die Abwehrkräfte und der Hormonhaushalt gerät durcheinander. Oft kommt es dadurch zu einer Beeinträchtigung der Libido.

In einer solchen Situation führt der Stress auch zu Angst. Seine „Aufgabe“ im Bett nicht erfüllen zu können, sorgt für Versagensängste. Jeder Mann reagiert anders auf die Dauerbelastung von Körpder und Geist, was auch zu unterschiedlichen Reaktionen auf die Potenz führt.

Psychische Ursachen für Impotenz

Wenn körperliche Ursachen als Auslöser der Impotenz ausgeschlossen werden können, so kann man sich professionelle Hilfe durch einen Psychotherapeuten holen. Ein erfahrener Psychologe kann durch eine Gesprächstherapie dafür sorgen, dass der Druck vom Patienten abfällt. Auch Entspannungsübungen durch autogenes Training oder andere Formen wie TaiChi sorgen für Entspannung und Stressabbau.

Bewegung und Sport

Sport bzw. ausreichend Bewegung ist eine effektive vorbeugende Maßnahme gegen Erektionsprobleme. Durch Joggen oder Schwimmen wird nicht nur das Wohlbefinden gesteigert, sondern auch die Durchblutung des Körpers verbessert. Zudem wird Übergewicht abgebaut, was ebenso wie eine bessere Durchblutung zur Erektionssteigerung beiträgt.

Ebenso hilft Bewegung bei Arteriosklerose, neue Blutgefäße zu bilden. Sport beugt den Ablagerungen in den Blutbahnen vor und sorgt dafür, dass sich Cholesterin- und Blutzuckerspiegel normalisieren.

Beckenbodentraining für Männer

Sport hat aber auch eine positive Auswirkung auf die Psyche. Ausreichend Bewegung hebt die Laune und verschafft Erfolgserlebnisse, was wiederrum positiv hinsichtlich der Erektion ist. Um Erektionsproblemen vorzubeugen, empfiehlt sich eine spezielle Beckenbodengymnastik für Männer. Dabei wird der Beckenboden , der untere Rückenbereich und die unter Bauchmuskulatur gestärkt.

Gezieltes Beckenbodentraining kann zu einer besseren und härteren Erektion führen. Die dabei gestärkten Muskelgruppen spielen beim Zustandekommen einer Erektion eine große Rolle.

Quellen

  1. Erektile Dysfunktion (Potenzstörung, Erektionsstörung, Impotenz). In: Apotheken-Umschau. URL: apotheken-umschau.de (Stand: 16.09.2020)
  2. Was Männer vor Impotenz schützt. In Apotheken-Umschau, Gesundheits-Tipps und Infos zu Medizin, Krankheiten, Therapien, Laborwerten und Medikamenten. URL: apotheken-umschau.de (Stand: 16.09.2020)
  3. Feldman HA1, Goldstein I, Hatzichristou DG, Krane RJ, McKinlay JB.: Impotence and its medical and psychosocial correlates: results of the Massachusetts Male Aging Study. In: National Center for Biotechnology Information, U.S. National Library of Medicine.  (Stand: 16.09.2020)
  4. Sommer F.: Prävention der erektilen Dysfunktion durch gezieltes körperliches Training. Krause & Pachernegg. URL: kup.at (Stand: 16.09.2020)
  5. Feldmann HA, Goldstein I, Hatzichristou DG, Krane RJ, McKinlay JB.: Impotence and its medical and psychosocial correlates: Results of theMassachusetts Male Aging Study. In: J Urol 1994; 151: 54–61. (Stand: 16.09.2020)
  6. Stief CG, Hartmann U, Höfner K, Jonas U: Erektile Dysfunktion und Therapie. Berlin: Springer-Verlag, 1997. (Stand: 16.09.2020)
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Online-Redakteur mit einem großen Wissen im Bereich Medizin, Gesundheit sowie Gesundheits-Management. Er hat sein Studium der Wirtschaftslehre an der Universiät Dortmund absolviert und bei unterschiedlichen Unternehmen aus dem Bereich Gesundheit im Raum Düsseldorf über 30 Jahre gearbeitet.
Seit mehr als vier Jahren arbeitet Rainer Hoffmann nun als Berater und Redakteur beim Redaktionsteam der Bundeszentrale für gesundheitlichen Aufklärung. Rainer Hoffmann sorgt für die Richtigkeit unserer medizinischen Inhalte sowie überwacht und koordiniert sorgfältig die Content Produktion. Des weiteren unterstützt Rainer das Redaktionsteam bei der Beantwortung von komplexen medizinischen Fragestellungen.

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